monotypie und pop-up buchbindetechnik
Pop-up-Bücher werden häufig mit Kindergeschichten und fantasievollen Szenarien verbunden und übertragen Erzählungen in einen dreidimensionalen Raum, in dem Bilder eine zentrale Rolle spielen. Die Technik benötigt nur wenige Materialien und erlaubt vielfältige Möglichkeiten mit Papier, Schere, Kleber sowie einigen Bildern oder Zeichnungen. Pop-up-Bücher entstehen durch Falten oder durch das Zusammenkleben von Elementen und bilden schrittweise Strukturen, die Lesende durch verschiedene Ebenen einer Erzählung führen. Manchmal steht die Geschichte vor dem Buch, manchmal entwickelt sie sich erst im Herstellungsprozess. Die meisten Teilnehmenden hatten keine Vorerfahrung, brachten jedoch Kindheitserinnerungen an Bücher oder die Neugier mit, Ideen in dreidimensionale, skulpturale Formen zu übersetzen. Im Workshop wurden zwei grundlegende Pop-up-Techniken vorgestellt, die einzeln erprobt oder kombiniert werden konnten. Die fertigen Bücher wurden mit einer Dreistichbindung zusammengefügt.
Auch der Monotypie Druck ist eine Technik, die nur wenig Anleitung und Material erfordert. Dabei wird eine Zeichnung oder Malerei mit Farbe von einer Oberfläche wie Acryl, Glas oder Gummi auf Papier übertragen. Verschiedene Werkzeuge wie Finger, Pinsel oder Holzstäbe können eingesetzt werden, um Formen und Bilder zu erzeugen. Nach dem Auflegen des Papiers wird das Motiv durch Handdruck übertragen. Farbreste bleiben oft auf der Oberfläche zurück, sodass mehrere Abzüge aus derselben Komposition entstehen können, auch wenn kein Druck dem anderen gleicht. Mit jedem weiteren Abzug wird das Bild abstrakter und bildet eine Reihe sich verändernder Varianten, auch Geisterabzüge genannt. In unseren Workshops arbeiteten wir vor allem mit Acryl und Gummi und untersuchten die unterschiedlichen visuellen Effekte sowie die Veränderungen von Erscheinungsbild und Bedeutung eines Motivs.
Diese Workshops waren Teil einer größeren Reihe, die 2025 entwickelt wurde. Jeder Monat widmete sich der Kombination von zwei Techniken, stets mit der Verbindung einer Buchbindetechnik und einer Drucktechnik. Die Teilnehmenden waren junge Menschen im Alter von 6 bis 27 Jahren. Ziel des Projekts war es, künstlerische Techniken zu vermitteln, die autobiographisch genutzt werden können, und die Selbstveröffentlichung innerhalb der Gruppe zu fördern.
Kunstvermittler*innen: Daniela Herig & Alicja Khatchikian
Design: Clara Juliano
Oktober 2025, Bona Peiser e.V.