mixed-media druck und leporello buchbindetechnik
Für das gemeinsame Buch wählten wir das Leporello Format, eine faltbare Bindetechnik, die entweder wie ein klassisches Buch durchgeblättert oder vollständig zu einer durchgehenden, panoramischen Seite ausgeklappt werden kann. Die Workshops gliederten sich in zwei Teile. Im Mittelpunkt stand der Prozess der Selbstveröffentlichung eines Künstler*innenbuchs, bei dem die Teilnehmenden durch die Phasen von Konzept und Inhalt, Gestaltung und Redaktion begleitet wurden.
Im ersten Teil entwickelte jede Person eine einzelne Seite auf einem A3-Bogen auf Grundlage einer textlichen Aufgabe. Zu Beginn notierten alle fünf Wörter, die mit den Projektthemen verbunden waren, darunter Geschichten von Migration, Buchbindung und Druck. Die Begriffe wurden in einer Box gesammelt, gemischt und anschließend zog jede Person drei Wörter, die als Ausgangspunkt für die Seitengestaltung dienten. Entstanden sind Collagen aus vorgefertigten Bildern und Textfragmenten.
Im zweiten Teil lag der Fokus auf Layout und Redaktion. Die Seiten wurden zugeschnitten, neu angeordnet und miteinander kombiniert, sodass aus den einzelnen Arbeiten ein gemeinsames Leporello entstand. Als unterstützende Methode nutzten wir die surrealistische Übung Cadavre Exquis und griffen dabei auf die Erfahrungen der Teilnehmenden mit Migration nach Berlin zurück, um miteinander verwobene Erzählungen ohne lineares Skript zu entwickeln.
Im fertigen Buch führten die Teilnehmenden ihre Arbeiten, Gedanken und Intentionen zusammen und integrierten Techniken, die im Laufe des Jahres erprobt worden waren. Drucke aus früheren Workshops wurden erneut aufgegriffen und mit neuen Experimenten wie Monodruck, Linolschnitt und Fototransfer kombiniert. Diese Elemente verbanden sich mit Erzählungen und persönlichen Erinnerungen und entwickelten sich durch Wiederverwendung, Schichtung und Neuinterpretation weiter. Abschließend wurde das Buch digitalisiert und online veröffentlicht, um eine breitere Verbreitung zu ermöglichen.
Diese Workshops waren Teil einer größeren Reihe, die 2025 entwickelt wurde. Jeder Monat widmete sich der Kombination von zwei Techniken, stets mit der Verbindung einer Buchbindetechnik und einer Drucktechnik. Die Teilnehmenden waren junge Menschen im Alter von 6 bis 27 Jahren. Ziel des Projekts war es, künstlerische Techniken zu vermitteln, die autobiographisch genutzt werden können, und die Selbstveröffentlichung innerhalb der Gruppe zu fördern.
Kunstvermittler*innen: Daniela Herig & Alicja Khatchikian
Design: Clara Juliano
November und Dezember 2025, Bona Peiser e.V.