linolschnittdruck und hardcover-buchbinderei



Im September 2025 führten wir vier Workshops durch, in denen wir die sich auf Hardcover-Buchbinderei und Linolschnittdruck kombinierten und verschiedene Methoden sowie künstlerische Ansätze erforschten. Die folgenden Reflexionen konzentrieren sich auf die praktischen Aspekte dieses Prozesses und sollen neugierigen Menschen, Künstler*innen, Kunstinteressierten, Kunstvermittelnden und anderen als hilfreiche Ressource dienen und zugleich unsere Programme im Rahmen von eigenseiten dokumentieren.

Die Workshops kombinierten die beiden Techniken, um die Teilnehmenden einzuladen, den Buchumschlag neu zu überdenken, ein Element, das oft erst am Ende des kreativen und gestalterischen Prozesses berücksichtigt wird. Gleichzeitig konnten sie unkonventionelle Gestaltungsformen erkunden und mit Textur und Schatten, positiv wie negativ, im Druck experimentieren.

Die Hardcover-Bindetechnik macht Bücher langlebiger und eignet sich besonders für größere Bände. Obwohl der Prozess mehr Zeit und Vorbereitung erfordert, werden nur wenige Materialien benötigt, darunter Karton, Papier und Kleber. So konnten die Teilnehmenden sowohl die Struktur als auch die Ästhetik des Buches betrachten und eigene Designs für langlebige, sorgfältig gestaltete Bände entwickeln.

Der Linolschnittdruck entstand im frühen 20. Jahrhundert, als Künstler*innen begannen, mit Linoleum zu experimentieren, das ursprünglich für Fußböden entwickelt worden war. Es erwies sich als zugänglichere und leichter zu bearbeitende Alternative zu Holz- oder Metallplatten. Lange Zeit wurde Linolschnitt genutzt, um Buchumschläge zu gestalten und Illustrationen in älteren Publikationen zu erstellen. In den Workshops experimentierten die Teilnehmenden mit Schneiden und Drucken und erkundeten, wie Bilder und Texturen mit ihren Hardcover-Büchern interagieren können.

Durch die Kombination von Hardcover-Bindung und Linolschnittdruck erweckten die Teilnehmenden ihre Buchumschläge zum Leben. Das stabile Hardcover bot eine solide Basis, um mit Bildern, Texturen und Mustern zu experimentieren. Dabei konnten sie beobachten, wie ihre visuellen Gestaltungen mit der Form des Buches zusammenwirken und die Struktur und Langlebigkeit der Bindung mit den kreativen Möglichkeiten des Linolschnittdrucks verbinden.

Diese Workshops waren Teil einer größeren Reihe, die 2025 entwickelt wurde. Jeder Monat widmete sich der Kombination von zwei Techniken, stets mit der Verbindung einer Buchbindetechnik und einer Drucktechnik. Die Teilnehmenden waren junge Menschen im Alter von 6 bis 27 Jahren. Ziel des Projekts war es, künstlerische Techniken zu vermitteln, die autobiographisch genutzt werden können, und die Selbstveröffentlichung innerhalb der Gruppe zu fördern.

Kunstvermittler*innen: Daniela Herig & Alicja Khatchikian
Design: Clara Juliano
September 2025, Bona Peiser e.V.



q